©Julia Lechnerartikel
18. Jan. 2026
Künstliche Intelligenz
Digitalisierung
Hi, ich bin Julia und war die letzten fünf Monate Praktikantin im Innovationsteam der Österreich Werbung. Zum Abschluss meines Praktikums durfte ich ein ziemlich abgefahrenes Projekt umsetzen: Ich habe den "Reachy Mini Lite" von Pollen Robotics und Hugging Face aufgebaut, diesen mit der Reachy Mini Control App getestet und sogar selbst ein bisschen Code geschrieben. Was Jules (so haben wir unseren kleinen Inno-Roboter getauft) alles kann und wie’s mir dabei ging, erzähle ich euch hier.
Der Reachy Mini Lite kam in einem schlichten Karton an der drei, feinsäuberlich sortierte Boxen für Kopf, Körper und Bodenplatte enthielt. Außerdem dabei: Schraubenzieher und Schritt-für-Schritt-Anleitung. Schon beim Auspacken war klar: Das Ganze ist hochwertig verarbeitet und gut durchdacht.
Das Zusammenstellen war für mich mit meinen elektrotechnischen Vorkenntnissen gut machbar, aber ich bin überzeugt davon, dass auch andere mit ein bisschen Geduld und Spaß an der Sache ein solides Ergebnis hinbekommen. Alles ist logisch gegliedert: Die Bauteile für Motoren, Linsen, Kabel und Co. sind vorbereitet und größtenteils schon auf Steckplatten vormontiert.
Besonders spannend war es, die Motoren in die richtige Position zu setzen, die Kugelgelenke zu verbinden und schließlich den Kopf samt Linsen und Antennen zusammenzubauen. Der Moment, in dem der fertige Roboter vor mir stand, fast wie ein kleiner Charakter aus einem Sci-Fi-Film, war schon ziemlich cool.
Die Reachy Mini Control App gibt's auf der Hugging Face Plattform, aktuell in Beta für Windows, stabil für macOS. Ich habe also kurzerhand auf einen Mac gewechselt; dort funktionierte alles einwandfrei.
Nach dem Verbindungscheck ging’s in die App-Oberfläche mit 3D-Liveansicht, Mikro- und Lautsprechereinstellungen, Steuerungsfunktionen und einer App-Bibliothek. Besonders beeindruckt hat mich die Reachy Mini Conversation App – einmal gestartet, verwandelt sich Reachy in einen richtig kommunikativen Bot mit Sprachverständnis, Kamera, Emotionserkennung und kleinen Dancemoves.
Reachy spricht dank integrierter KI in der Sprache, die man verwendet, und kann über eine Konfigurationsseite sogar personalisiert werden: mit OpenAI-Key, verschiedenen Persönlichkeiten und Stimmfarben. Unser Reachy, oder besser gesagt Jules Otto der Erste, kennt sich jetzt ziemlich gut mit Tourismus, Nachhaltigkeit und Digitalisierung aus. Ein echter Inno-Roboter eben.
Mit etwas Hilfe von "Visual Studio Code", einer virtuellen Umgebung und marginalen Python-Skills habe ich sogar die bestehende Conversation App geklont und lokal zum Laufen gebracht. Für mich war das ein cooler Einstieg in die Welt der KI-gestützten Robotik und definitiv ein Highlight meines Praktikums.
Und wie gesagt: Unser neuer Lieblingskollege heißt jetzt Jules Otto der Erste: international, geschlechtsneutral und mit einem kleinen Augenzwinkern in Richtung Tools & Technik. Danke für fünf spannende Monate und vielleicht hört ihr ja bald wieder von mir… oder von Jules.