©Roman Eggerartikel
11. Aug. 2025
Künstliche Intelligenz
Digitalisierung
OpenAI hat GPT-5 veröffentlicht – schneller, präziser und mit neuen Cloud-Funktionen. Ich habe das Modell getestet und entdeckt, wo es glänzt, wo es noch hakt und warum es für die Tourismusbranche ein echter Produktivitäts-Booster sein kann.
Ich hatte ja schon beim letzten AI-Update berichtet, dass OpenAI an einer neuen Modellgeneration arbeitet. Jetzt ist es so weit: Seit dem 7. August 2025 ist GPT-5 offiziell verfügbar – und zwar sofort als Standardmodell in ChatGPT. Das bedeutet: Egal ob kostenlos oder im Pro-Abo, jede Anfrage läuft jetzt über GPT-5. Die alten Modelle wie GPT-4, 4o, 4.5 oder o3 sind damit Geschichte.
Schon beim ersten Login fiel mir auf: Es fühlt sich anders an. Antworten kommen schneller, sind präziser formuliert und wirken durchdachter. OpenAI selbst nennt GPT-5 ein „PhD-Level-Modell“, also eines, das auf einem Niveau arbeitet, wie man es von einem hochqualifizierten Experten erwarten würde. Eine wichtige Neuerung ist der automatische Router: Das System entscheidet selbst, ob eine Anfrage im schnellen „Fast“-Modus beantwortet wird oder im gründlichen „Thinking“-Modus, der tiefer recherchiert und komplexer analysiert. Wenn ich will, kann ich diesen Modus auch erzwingen, indem ich z. B. „think hard“ in meiner Anfrage ergänze.
OpenAI hat GPT-5 für alle ChatGPT-Nutzer:innen freigegeben – allerdings mit Unterschieden:
Für unsere Arbeit in der Tourismusbranche heißt das: Von der Erstellung von Angeboten bis zur Marketingplanung können wir GPT-5 direkt im Browser nutzen oder über Schnittstellen (APIs) in bestehende Systeme einbinden.
GPT-5 gibt es in vier Stufen:
Dateien lassen sich neben Google Drive jetzt auch direkt aus OneDrive und SharePoint ins Gespräch ziehen, ohne Umwege über lokale Downloads. Für touristische Projekte ist das ein riesiger Vorteil: Angebotsblätter, Broschüren oder Bilder, die im Teamlaufwerk liegen, können sofort eingebunden werden. Das spart Zeit, reduziert doppelte Dateien und sorgt dafür, dass alle mit den aktuellsten Versionen arbeiten.
Diese Cloud-Anbindung ist besonders nützlich, wenn man mit Partnern, Agenturen oder dezentralen Teams arbeitet und passt perfekt zu den zunehmend ortsunabhängigen Arbeitsweisen in unserer Branche.
GPT-5 ist nicht nur schneller, sondern auch messbar leistungsfähiger:
Für Entwickler:innen bringt das enorme Vorteile, weil GPT-5 Code nicht nur schreiben, sondern auch direkt ausführen kann. Damit lassen sich komplexe Datenanalysen, Kalkulationen oder sogar Live-Visualisierungen in einer einzigen Chat-Session umsetzen. Das ist auch für uns im Tourismus relevant, etwa wenn wir Dashboards zur Visualisierung von Daten benötigen
GPT-5 ist ab sofort auch in Microsoft 365 Copilot, Azure AI und GitHub Copilot integriert. Für uns heißt das: Angebote direkt in Word erstellen, Reisepläne in Excel kalkulieren oder Social-Media-Posts vorbereiten – alles, ohne die Plattform zu verlassen.
So beeindruckend GPT-5 ist, ein paar Ecken sind noch nicht rund. Besonders aufgefallen ist mir das Canvas-Feature, mit dem man Inhalte gemeinsam mit der KI direkt im Dokument bearbeiten kann. Dieses Feature ist großartig und ich habe es bisher sehr geschätzt. Live gemeinsam texten, verschieben, strukturieren etc., aber aktuell hakt es manchmal. Elemente springen an falsche Positionen, Formatierungen gehen verloren oder der Editor reagiert träge. Auch der neue Cloud-Datei-Picker hängt gelegentlich.
Und: Bei aller verbesserten Faktentreue habe ich immer noch kleine Ungenauigkeiten gefunden. Die Fehlerquote ist niedriger als früher, aber null ist sie nicht.
GPT-5 ist kein Zauberstab, aber es ist ein sehr großer Schritt nach vorne. Man wird noch viel testen müssen, um zu sehen, wo und wann das Modell besonders gut ist, und in welchen Situationen Alternativmodelle besser sind. Für uns in der Tourismusbranche bedeutet das: Wir können kreativer arbeiten, die Ergebnisse wirken "menschlicher" und wir können viele Routineaufgaben automatisieren. Die Kombination aus höherer Genauigkeit, Cloud-Anbindung, API-Verfügbarkeit und stark verbesserten Coding-Fähigkeiten macht das Modell flexibler denn je.
Trotzdem bleibe ich dabei: Die letzte Qualitätskontrolle muss bei uns liegen. Gerade im Tourismus zählt nicht nur die Information, sondern auch das Gefühl, das wir vermitteln. GPT-5 ist ein mächtiger Assistent, aber den persönlichen Touch kann es (noch) nicht ersetzen.