©Florian Größwangartikel
09. Feb. 2026
Destinationsentwicklung
Nachhaltigkeit
Mobilität
Kooperation ist heute keine Kür mehr, sondern Voraussetzung. Gerade im Wandel hin zu einem Destinationsmanagement mit Lebensraumperspektive wird deutlich: Nachhaltige Entwicklung, starke regionale Wertschöpfung und hochwertige Gästeerlebnisse entstehen nur, wenn Akteur:innen entlang des gesamten Ökosystems gemeinsam handeln.
In einer globalisierten Wirtschaft, in der komplexe Herausforderungen kaum noch von Einzelakteur:innen allein bewältigt werden können, hat sich Kooperation von einer optionalen Strategie zu einer essenziellen Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg entwickelt. Ursprünglich verstand man unter Kooperation vor allem die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Personen oder Teams innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation. Heute umfasst sie interdisziplinäre, unternehmens-, organisations- und sektorübergreifende Partnerschaften.
Im Tourismus ist Kooperation ein zentraler Erfolgsfaktor geworden, um nachhaltig zu wirtschaften und Gästeerlebnisse auf höchstem Niveau bieten zu können. Der Tourismus lebt von der Vielfalt und dem Zusammenspiel zahlreicher Akteur:innen im Ökosystem der Destination – von Beherbergungsbetrieben über Gastronomie, Landwirtschaft, Handel, Naturschutz, Regionalentwicklung, Kulturinstitutionen, Mobilitätsanbieter bis hin zu Gemeinden und regionalen Tourismusverbänden. Nur durch dieses Zusammenwirken entsteht ein stimmiges Gesamtangebot, das Besucher*innen begeistert, die lokale Bevölkerung integriert und Tourismus-Bewusstsein schafft.
Kooperationen stärken die Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg. Es entstehen neue Handlungsspielräume, die innovative Lösungen und nachhaltige Entwicklungen ermöglichen. Damit der Tourismus auch zukünftig gut funktioniert, braucht es allerdings eine neue Kultur der Kooperation.
Eine neue Kooperationskultur beschreibt ein Arbeits- und Denkmodell, in dem Akteur:innen des Ökosystems einer Destination – von Betrieben, Organisationen, Gemeinden bis zur Zivilgesellschaft – auf Augenhöhe bewusst zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen:
Diese Kultur geht über reine Projekt- oder Netzwerkarbeit hinaus: Sie ist geprägt von langfristigen Beziehungen, transparentem Handeln und dem Willen, gemeinsam Zukunft zu gestalten, statt sich nur individuell Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Kooperation braucht Struktur und ist kein Selbstläufer. Gelungene Kooperation lebt nicht nur von guten Absichten, sondern vor allem von einer entsprechenden Haltung, den richtigen professionellen Kompetenzen und passenden Tools. Eine erfolgreiche Kooperationskultur im Tourismus ruht auf mehreren tragenden Säulen, die eng miteinander verbunden sind.
Kooperation ist weit mehr als ein organisatorisches Instrument oder ein zeitgemäßes Schlagwort – sie wird zum zentralen Zukunftsmodell für ein Destinationsmanagement, das den Lebensraum ganzheitlich denkt.
In einer Welt zunehmender Komplexität entsteht nachhaltige Entwicklung nicht durch Einzelentscheidungen, sondern durch gemeinsames Gestalten, geteilte Verantwortung und ein neues Miteinander auf Augenhöhe. Eine gelebte Kooperationskultur stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen, sondern fördert auch regionale Wertschöpfung, soziale Kohäsion und ökologische Verantwortung. Sie verbindet touristische Qualität mit Lebensqualität und macht Destinationen zu resilienten, lernfähigen Systemen.
Dort, wo Kooperation als Haltung verstanden und aktiv gestaltet wird, entsteht Zukunftsfähigkeit – für Gäste, Betriebe und vor allem auch für die Menschen, die in diesen Lebensräumen wohnen und arbeiten.