©Manuela Machnerartikel
26. Apr. 2026
Künstliche Intelligenz
Digitalisierung
Ich teste KI-Tools seit Jahren – beruflich und mit einem gesunden Maß an Skepsis. Die neue Bildgenerierung von ChatGPT hat mich trotzdem überrascht. Nicht weil sie perfekt ist, sondern weil sie gut genug ist, um echte Fragen aufzuwerfen. Für die Branche, aber auch für jeden Betrieb und jede Destination, die mit Bildern Erwartungen weckt.
Mit der aktuellen Version von ChatGPT ist sie für viele Anwendungen in der Tourismusbranche tatsächlich einsatzbereit.
Das ist eine Feststellung, keine Werbebotschaft.
Die neue Version löst mehrere dieser Probleme gleichzeitig. Ein paar konkrete Beispiele aus meinen Tests:



Für Destinationen und Betriebe, die regelmäßig visuelle Inhalte brauchen, ergeben sich jetzt realistische Einsatzmöglichkeiten:
Das ersetzt keine professionelle Fotografie – aber es verändert, welche Aufgaben zwingend extern vergeben werden müssen, und welche intern erledigt werden können.
Je realistischer KI-Bilder werden, desto größer wird ein spezifisches Risiko, das im Tourismus besonders schwer wiegt: falsche Versprechen. Ein Zimmer, das schöner aussieht als es ist. Eine Aussicht, die so nicht existiert. Ein Badestrand am See, der in der Realität zehn Minuten Fußweg entfernt und halb so groß ist. Eine Stimmung, die nur im Bild stimmt. Das klingt dramatisch, passiert aber schnell. Nicht aus böser Absicht, sondern weil das Tool so einfach zu bedienen ist und die Ergebnisse so überzeugend wirken. Man optimiert, verfeinert, verbessert, und irgendwann zeigt das Bild nicht mehr den Betrieb, sondern eine idealisierte Version davon. Die Konsequenz kennt die Branche: Gäste kommen mit Erwartungen, die vor Ort nicht erfüllt werden. Bewertungen fallen enttäuscht aus, obwohl das Angebot objektiv gut ist. Der Schaden entsteht nicht durch das Produkt, sondern durch die Lücke zwischen Bild und Wirklichkeit.
➡️ Im Tourismus ist diese Lücke kein Marketing- sondern ein Vertrauensproblem.
Wer jahrelang mit fehlerhaften KI-Bildern gearbeitet hat, hat sich eine Gewohnheit angewöhnt: prüfen, korrigieren, hinterfragen. Das war anstrengend, aber es hat die Kontrolle gesichert. Je besser das Tool wird, desto mehr verschwindet dieser Reflex. Man schaut hin, es sieht gut aus, man verwendet es. Der Kontrollschritt fällt weg, nicht bewusst, sondern weil er sich nicht mehr notwendig anfühlt.
Genau das ist das Problem: Nicht die Fehler, die man sieht, sondern die, die man nicht mehr sucht.
Im Tourismus, wo ein Bild eine Buchungsentscheidung auslöst und eine Erwartung setzt, die vor Ort eingelöst werden muss, ist das kein kleines Risiko. Es ist ein strukturelles.
Das Tool hat echten Nutzen, wenn es für das eingesetzt wird, wofür es taugt: Konzepte visualisieren, Ideen skizzieren, Stimmungen testen. Nicht als Ersatz für authentische Fotografie, die zeigt, was tatsächlich da ist. Die Frage, die sich Betriebe und Destinationen jetzt stellen sollten, ist keine technische. Es ist eine strategische: Wo sind bei uns die Grenzen? Was darf KI-generiert sein, was nicht? Und wer entscheidet das?
💡 Einen ausführlichen Praxistest mit konkreten Beispielen gibt es hier: Zum Artikel auf kinet.ai
Habt ihr in euren Betrieben und Organisationen bereits Richtlinien, was erlaubt ist und was nicht? Wo zieht ihr die Grenze?
Manuela Machner ist KI-Beraterin mit Schwerpunkt Tourismus und Expertin für GEO-Optimierung im DACH-Raum. www.kinet.ai
Übrigens derzeit gibt es täglich Ideen, wie ihr die KI-BIldgenerierung in ChatGPT im Tourismus tatsächlich umsetzen könnt, mit Tipps & typischen Stolperfallen! Täglich auf Linkedin oder auf der website: www.kinet.ai
https://www.kinet.ai/post/chatgpt-bild-ki-tourismus
